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Vom 2. bis 15. Dezember 2015 habe ich eine Benefizausstellung in Beaulieu-sur-Mer an der Côte d´ Azur.
Die Vernissage ist am 1. Dezember um 18 Uhr in der "Chapelle Sancta Maria de Olivo"

Das Motto "Kunst kaufen und Gutes tun" kommt einem Verein "Le Foyer de vie Centre de Jour RIOU" zugute,
der in den Bergen bei Grasse eine Art Farm mit behinderten Menschen bewirtschaftet. Dort existieren fünf
verschiedene Werkstätten, in denen diese Menschen Lebensfreude durch die Begegnung mit Pflanzen,
Tieren und diversen Materialien finden. Die Betreuer schaffen es durch viele dynamische Aktivitäten ein
erstaunliches kreatives Potential in diesen Menschen zu wecken.

Es gibt kaum staatliche Unterstützung für derartige Projekte. Aus diesem Grunde habe ich mich entschlossen,
den gesamten Verkaufserlös diesem Verein zu spenden und alle anfallenden Unkosten selbst zu tragen.

 

 

Archiv:

Monika Steiger: zur Ausstellung
vom 11.4.2014 bis 25.5.2014
im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching

Was ich sagen will:

Ich habe mich in den vergangenen Jahrzehnten vorwiegend mit dem Zusammenspiel von Farben beschäftigt.
Durch ihre unterschiedliche Präsenz verstärke ich, was ich mit meinen Bildern ausdrücken will.
In den letzten Jahren wurde meine Palette immer kleiner und ich gab oft nur zwei Farben ihr Gewicht, um die
Einzigartigkeit des Objektes durch diesen Gleichklang zu betonen.

Das große Acrylbild mit den Schwertlilien gehört dazu. Diese Blumen blühen wild am Ortsrand des kleinen
Bergdorfes in Südfrankreich, wo ich arbeite. Jedes Jahr im Frühjahr erscheinen sie in den unterschiedlichsten
Facetten, ob dunkelblau, blassblau, gelb oder fast braun. Dieses Bild habe ich nur mit Gelb und Blau gemalt,
sozusagen als Hommage an die Schönheit und die strahlende Sonne des Südens.

In den letzten vier Jahren beschäftigte ich mich hauptsächlich mit der Gestalt des Menschen und dem Kopf 
jedweder Kreatur.

Das Gesicht

        -  zwei Augen, eine Nase, ein Mund
        -  jeder hat es in der einen oder anderen Form
        -  ob Mensch oder Tier

Es spricht – es lacht -
Ist traurig - ernst oder fröhlich

Es hat etwas zu sagen – immer – selbst in seiner Leblosigkeit.
Ich stand neulich auf dem Fischmarkt vor einer Menge aufgereihter Doraden.
Und jede hatte ihre Geschichte – jede eine andere. Ich konnte es sehen.

Das Gesicht als spektakulärster Teil des Kopfes verbirgt das Gehirn hinter sich so perfekt, dass man
glauben könnte, es würde selbst die Fäden ziehen. Ich käme nicht auf den Gedanken, das Gehirn
zu malen, nur graue, sich windende Wülste – nichtssagend.

Aber das Gesicht – es erzählt das Leben – die ganze eigene Geschichte eines jeden Lebewesens,
widerspiegelt den plötzlichen Gedanken und bricht auf im Aufbäumen eines Gefühls.
Ein altes Gesicht ist ein Buch ohne Lettern, seine Falten lassen lesen, offenbaren ohne Wunsch und Wille
der Gedanken im Hinterkopf. Ein altes Gesicht ist wie ein gutes Buch.

Natürlich ist Menschsein nicht nur Kopf oder Gesicht.
Die Figur mit ihren Fähigkeiten für Bewegung, hin und weg zum anderen, zum Schmerz, zum Glück,
zum Hässlichen, zum Schönen...

       - in ihrer Form perfekt oder eben nicht – spiegelt im Bild oder in der Zeichnung den Augenblick wider,
         verwirrt mit Assecoires – gewollt oder ungewollt.

Sie kann wunderbar ästhetisch sein oder eben nicht.

Ich habe regelmäßig ein Modell zum Zeichnen vor mir gehabt. Bei der Vielzahl von Menschen, die da
entblößt vor mir saßen, wurde mir bewusst, wie gefangen sie und auch wir alle in unseren Körpern sind.

Der Wegfall der vieles verhüllenden Kleidung, die abschätzenden Blicke des Künstlers und das eigene
Bewusstsein des Modells von seiner „Mängelbehaftung“ lassen Haltung und Ausdruck im Gesicht nicht
frei sein. Da der Kopf das Innere des Wesens widerspiegelt, in den Augen Gefühle und sogar Gedanken
zu lesen sein können, die Mimik Erlebtes reflektieren kann, konzentriert sich alles Sehen auf ihn. Wir werfen
zwar einen Blick auf die Gestalt, wenn wir einen Menschen betrachten, aber dann konzentrieren wir uns auf
den Kopf. Da erfahren wir etwas.

Also habe ich beim Zeichnen eines Aktes die Ausdruckskraft des Kopfes außer acht gelassen. Denn auch
die Art wie sich ein Modell positioniert ließ mich während der Arbeitszeit, in der jede Linie des Körpers
mehrfach aufgenommen wurde, in seinem Körper lesen – trotz der Fesseln, die er sich selbst angelegt hat.

Ich habe versucht, dem gerecht zu werden, indem ich das Gelesene auf meine Art mit schwarzer Farbe
verhüllt habe. Damit Sie vielleicht trotzdem etwas zum Nachdenken haben, bekamen diese Bilder keine Titel.

 

 

 

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